Wie ex vivo Hautmodelle Wirkstofftests und Regenerationsforschung voranbringen
Die Entwicklung neuer Medikamente und die Prüfung ihrer Wirksamkeit erfordern zuverlässige Modelle, die die Prozesse im menschlichen Körper möglichst genau abbilden. Eine kürzlich im Journal of Investigative Dermatology veröffentlichte Studie unserer Forschungsgruppe “Reaktionen auf Gewebeschäden bei Regeneration und Alterung “ unter der Leitung von Mikolaj Ogrodnik zeigt, dass sogenannte ex vivo Hautproben – also Haut, die außerhalb des Körpers am Leben erhalten wird – nach einer Verletzung viele zentrale Reaktionen aufweist, wie man sie auch im lebenden Organismus beobachtet: etwa Zellalterung, programmierten Zelltod und entzündliche Prozesse. Damit erweist sich ex vivo Haut als wertvolles Modell zur Untersuchung von Gewebeschäden und zur Erprobung potenzieller Behandlungen.
Ogrodniks Team hat ein detailliertes Protokoll für die Arbeit mit ex vivo Haut entwickelt. Es umfasst die Vorbereitung der Haut, die Entnahme von Biopsien, die gezielte Applikation von Wirkstoffen, die Inkubation des Gewebes, die Fixierung zur Analyse sowie die Auswertung der Effekte auf Zellverhalten und Signalwege.
Obwohl das Verfahren einfach umzusetzen ist, eignet es sich besonders gut für Labore, die grundlegende Mechanismen von Gewebeschäden und -reparatur untersuchen möchten. Die Methode ist kostengünstig, zuverlässig und reproduzierbar – und entspricht den ethischen Standards zur Reduktion von Tierversuchen. Sie kann vielfältig eingesetzt werden, etwa in der biomedizinischen Forschung, in klinischen Studien oder in der Arzneimittelentwicklung.