icon / home icon / small arrow right / light News icon / small arrow right / light Warum altern wir? Zwei Perspektiven auf eine grundlegende Frage
09 Sep. 2026 von connyschneider

Warum altern wir? Zwei Perspektiven auf eine grundlegende Frage

Warum altern wir? In Ageing Research Reviews nähern sich Peter V. Lidsky und Mikolaj Ogrodnik einer der grundlegenden Fragen der Alternsforschung aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven.

Die schadensbasierte Sichtweise betrachtet das Altern als Folge einer unvollkommenen Instandhaltung: Im Laufe der Zeit häufen sich Schäden in unseren Zellen und Geweben an, bis die Funktionsfähigkeit nachlässt. Theorien des programmierten Alterns gehen hingegen davon aus, dass das Altern ein im Laufe der Evolution entstandenes biologisches Programm sein könnte, das die Lebensspanne aktiv begrenzt. Während diese Idee aus evolutionstheoretischen Gründen lange Zeit weitgehend verworfen wurde, haben neue Beobachtungen sie wieder in den wissenschaftlichen Diskurs zurückgebracht.

Nachdem sie die Belege für beide Ansätze dargelegt haben, konfrontieren Lidsky und Ogrodnik diese mit denselben grundlegenden Fragen: Wenn das Leben seit Milliarden von Jahren durch Mechanismen fortbesteht, die biologische Schäden über Generationen hinweg reparieren, beseitigen oder zurücksetzen – warum können einzelne Organismen dann nicht dasselbe erreichen?
Diese Unterscheidung ist von Bedeutung. Wenn Altern vorwiegend auf der Anhäufung von Schäden beruht, könnten die Vermeidung von Schäden und die Verbesserung von Reparaturprozessen der richtige Weg sein. Wenn hingegen biologische Programme das Altern aktiv vorantreiben, könnten diese Programme selbst zum Zielpunkt von Interventionen werden.
Bevor wir uns also fragen, ob und wie wir länger leben können, müssen wir zunächst verstehen: Warum altern wir überhaupt?

Hier gehts zur Publikation: Lidsky & Ogrodnik, Ageing Research Reviews (2026)