Konzept aus dem LBI Trauma nominiert für den Staatspreis Design: Ein „schlagendes Herz“ für die Mikrotiterplatte
Wir freuen uns über die Nominierung von Johannes Zipperle, für den diesjährigen Staatspreis Design, der vergangene Woche bei einer feierlichen Gala im Museumsquartier Wien vergeben wurde. FLOYO, ein kleines, modulares Laborgerät im Format einer Mikrotiterplatte wurde maßgeblich am LBI Trauma mitentwickelt hat und wurde aus knapp 200 Einreichungen mit drei weiteren Projekten ins Finale gewählt.
Die Nominierung durch die hochkarätige Jury würdigte ein Produktkonzept, das Design, Funktion und gesellschaftlichen Nutzenverbindet: FLOYO zielt darauf ab, niederschwellig Flussbedingungen in das weltweit etablierte Mikrotiterplatten-Format zu bringen und macht damit Mikrofluidik für ein deutlich breiteres Feld von Anwender:innen zugänglich.
Die Anwendung ist bewusst einfach gestaltet: betrieben über Akku oder USB, flüssigkeitsgeschützt und stapelbar, stellen die Inserts sterile Verbrauchsteile dar, während Elektronik und Pumpeneinheit dauerhaft genutzt werden. Damit erfüllt FLOYO die minimalen Anforderungen an Flusssysteme, die für viele Anwendungen entscheidend sind und senkt im Bereich weniger hundert Euro (RUO) Einstiegshürden für dein Einstieg.
Das Design folgt einer ruhigen, Mid-Century Modern „Soft-Electronics“-Ästhetik und kombiniert sie mit einem Baukastenprinzip: farbcodierte Module und Inserts dienen als Orientierung und laden zum Ausprobieren ein. Der Ansatz versteht die Mikrotiterplatte als Plattform und leere Leinwand in einem Standardformat, das erst durch die Kreativität der Anwender:innen zu neuen Anwendungen wird. FLOYO ergänzt diese Leinwand um ein „Herz“: eine kleine Pumpe, die dort Dynamik schafft, wo ohne High-End Equipment meist statische Bedingungen herrschen. Niederschwellige Mikrofluidik könnte so helfen, Alternativen zu Tierversuchenschneller einer breiten Masse zugänglich zu machen -durch bessere Zellkulturmodelle unter Flussbedingungen.
Das Konzept wurde am LBI Trauma mitentwickelt und gemeinsam mit der FH Technikum Wien sowie dem Prototypenentwickler ADC Dabsch zum Leben erweckt. Wir danken allen Beteiligten und Unterstützer:innen und freuen uns auf die nächsten Schritte, idealerweise inklusive einer wachsenden Community mit Anleitungen, Presets und 3D-Modellen zum Mitmachen.