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21 Okt. 2025 von khirtenlehner

45 Jahre LBI Trauma: Forschung, die verbindet

Seit seinem Entstehen vor 45 Jahren widmet sich das LBI Trauma der bestmöglichen Versorgung von Unfallpatient:innen. Anlässlich dieses Jubiläums lud das Institut am 9. Oktober 2025 zum „Tag der medizinischen Wissenschaften“ ein – einem Fest der Forschung, das Wissenschaft erlebbar macht, den Austausch zwischen Klinik und Labor fördert und den Blick gleichzeitig in die Zukunft richtet.

Was 1973 als AUVA-Forschungszentrum begann und 1980 offiziell zum LBI Trauma wurde, ist heute ein international sichtbares Kompetenzzentrum für translational orientierte Unfall- und Regenerationsmedizin. Die wissenschaftliche Arbeit am LBI Trauma richtet sich darauf aus, die Diagnose, Behandlung und Nachsorge nach Verletzungen nachhaltig zu verbessern – stets mit Blick auf die Patient:innen. Diese Entwicklung war und ist nur durch die enge Kooperation mit der AUVA möglich, die seit jeher die Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Anwendung unterstützt.

Ein Tag im Zeichen der Wissenschaft

Der „Tag der medizinischen Wissenschaften“ brachte rund 100 Teilnehmer:innen aus Klinik, Verwaltung und Forschung zusammen und war bereits Wochen im Voraus restlos ausgebucht. In Vorträgen und Mitmachstationen wurde deutlich, wie lebendig und praxisnah Forschung heute sein kann.

An den interaktiven Stationen konnten Besucher:innen mit Mikroskop, VR-Brille und Mikro-CT selbst einen Blick in die Labore werfen. Vorträge spannten den thematischen Bogen von der Ethik klinischer Studien über personalisierte Diagnostik bis hin zu regenerativer Medizin. Organisiert wurde die Veranstaltung von Priv.Doz. Dr. Gerhard Fritsch und DDr. Johannes Zipperle, die mit dem Format vor allem eines erreichen wollten: die Hürden zur aktiven Mitarbeit an Forschung zu senken.

Dass Forschung kein Selbstzweck ist, sondern unmittelbaren Einfluss auf die klinische Versorgung hat, zeigten unsere Kolleg:innen in Beiträgen wie jener von Priv.Doz. Dr. Herbert Schöchl zur lebensrettenden Bedeutung individualisierter Gerinnungsdiagnostik oder Dr. Regina Brunauers Einblick in natürliche Regenerationsprozesse bei der Knochenheilung. Auch ethische und organisatorische Rahmenbedingungen kamen zur Sprache: Dr. Stefan Strasser sprach über die Rolle klinischer Studien für evidenzbasierte Medizin, Mag. Andrea Stockhammer über die Bedeutung der AUVA-Ethikkommission für verantwortungsvolle Forschung.

Vom Gewebekleber zum Innovations-Hub

Ein ganz besonderer Programmpunkt war der Rückblick von Prof. Dr. Heinz Redl, der als langjähriger Direktor die Geschichte des Instituts nachhaltig geprägt hat. Unter seiner Leitung entstanden nicht nur bedeutende wissenschaftliche Netzwerke und Initiativen wie das Österreichische Cluster für Geweberegeneration, sondern auch medizinische Innovationen, die heute weltweit Anwendung finden. Beispielhaft dafür steht die frühe Entwicklung von Applikatorsystemen für den Fibrinkleber, die heute Operationen sicherer machen und die Heilung beschleunigen.

Seit seiner Gründung kann das LBI Trauma auf über 1.800 wissenschaftliche Publikationen zurückblicken – darunter 25 Habilitationen und 97 Dissertationen – sowie auf die Ausrichtung internationaler Fachkongresse wie der Wiggers-Bernard Conferences, dem TERMIS-Weltkongress 2012 oder dem Jubiläumskongress der European Shock Society 2023. Mehr als 80 Forscher:innen aus Disziplinen wie Molekularbiologie, Biomechanik und klinischer Medizin arbeiten heute am Institut und werden auch künftig neue Strategien zur Diagnostik, Therapie und Prävention von Unfallfolgen entwickeln. Die enge Anbindung an die AUVA-Einrichtungen stellt dabei sicher, dass wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis übertragen werden können.

Beim LBI Trauma wird auch in Zukunft wissenschaftlicher Fortschritt eng mit unserer gesellschaftlicher Verantwortung verbunden bleiben. Mit dem geplanten Forschungs- und Innovations-Hub in der Brigittenau will das Institut in Zusammenarbeit mit dem LBI für Osteologie neue Räume für interdisziplinäre Projekte und Start-ups schaffen. Gleichzeitig rückt ein neuer Forschungsschwerpunkt in den Vordergrund: die Alterungsforschung. Denn wenn Zellen altern, heilen Verletzungen schlechter – und dieses Problem wird in unserer alternden Gesellschaft an zunehmender Bedeutung gewinnen.

a. AUVA und LBG Seite an Seite: LBI Trauma-Direktor Johannes Grillari, Co-Direktor Thomas Hausner vom UKH Salzburg, LBG-Geschäftsführerin Marisa Radatz, LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner und Forschungsgruppenleiter Gerhard Fritsch vom UKH Salzburg.