Geschichte

Als erster Teil des Forschungszentrums für Traumatologie der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) wurde 1973 das Forschungsinstitut für Traumatologie der AUVA von Dr. Wolfgang Krösl, dem ehemaligen medizinischen Direktor der AUVA, gegründet. Prof. Dr. Günther Schlag, der zum Leiter des Institutes ernannt wurde, erweiterte 1980 das Forschungszentrum durch die Gründung des Ludwig Bolzmann Institutes für Experimentelle und klinische Traumatologie. Die Forschungsaktivitäten und die Budgetplanung des Forschungszentrums werden durch einen Überwachungsausschuss jährlich und durch die Ludwig Boltzmann Gesellschaft alle vier Jahre nach internationalen Standards überprüft. Durch die per Gesetz festgelegte Verpflichtung der AUVA, die ständige Verbesserung der Behandlung von Patienten zu gewährleisten, werden Forschungsaktivitäten unterstützt und die AUVA ist der Hauptträger des Forschungszentrums. Darüber hinaus wird das Zentrum auch direkt über Projekte aus der Industrie und der Europäischen Union finanziert. Durch Eingliederung der non-profit Organisation Trauma Care Consult im Jahre 1998 wurde das Forschungszentrum durch eine verbesserte industrielle Kooperation weiter gestärkt und durch die Gründung des österreichischen Clusters für Geweberegeneration im Dezember 2006 weiter vernetzt.

Der Erfolg des Forschungszentrums wird nicht nur durch die Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen (über 1800 seit 1980), sondern auch durch die Organisation mehrerer internationaler Kongresse (z.B. Wiener Schockgespräche (Vienna Shock Forum), The Wiggers-Bernard Conferences, Shock Societies Conferences, International Fibrin Sealant Conferences und den TERMIS World Congress 2012) und Verfassung von Büchern und Buchserien hervorgehoben. Der „Günther Schlag Award" ist ein Preis der jungen Wissenschaftlern für innovative Forschung im Traumabereich verliehen wird.

Um den oben erwähnten Forschungsauftrag zu erfüllen, sind internationale und nationale Kontakte sowie die Teilnahme an Europäischen Projekten (Expertissues, Biodesign, Imcoss) eine wichtige Voraussetzung.

Im Moment beschäftigt das Institut etwa 80 Personen, bestehend aus Chemikern, Biochemikern, Ärzten, Tierärzten, Physikern, Medizin- und Elektrotechnikern. Dieses multidisziplinäre Team erlaubt es ein sehr großes Spektrum angewandter Forschung abzudecken.
Das Institut ist auch in der Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Studenten (Diplomarbeiten, Dissertationen) involviert und hat bereits mehrere Kollegen bei der Habilitation unterstützt. Der Ausbildungsaspekt, insbesondere für die einschlägige Industrie, wird durch eine Partnerschaft mit dem Technikum Wien - Bachelor Lehrgang "Biomedical Engineering" sowie Master Lehrgang "Tissue Engineering and Regenerative Medicine", den Master Biomedical Engineering der Technischen Universität Wien, sowie der Medizinischen Universität Wien - Dr. Med. Sci/PhD Program "Regeneration of Bone and Joint" gefördert.