Stammzellen bekennen Farbe

(03.07.2018)

LLLT (low level light therapy) ist die Behandlung von Zellen oder Gewebe mit pulsierendem Licht aus Leuchtdioden. Bei chronischen Wunden bereits klinisch im Einsatz, bietet sie auch einen neuen Ansatz zur Aktivierung von frisch isolierten Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe. Die Lichttherapie erhöht nämlich das Potential der Zellen zur Regeneration. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Teams um LBI-Wissenschafter Peter Dungel, die kürzlich im Journal of Tissue Engineering and Regenerative Medicine veröffentlicht wurde.

Das Team behandelte die Stammzellen aus der SVF (stromal vascular fraction, Bestandteil des Liposuktionsmaterials nach einer Fettabsaugung) mit pulsierendem, blauem (475 nm), grünem (516 nm) und rotem (635 nm) Licht aus Applikatoren von Repuls, einem aus Forschung der TU Wien hervorgegangenen österreichischen Unternehmen. Im Anschluss wurde mittels verschiedener laborchemischer Tests untersucht, ob sich die Eigenschaften der Zellen durch die LLLT verändert hatten.

Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Nach nur einer LLLT Behandlung mit rotem oder grünem Licht erhöhte sich die Kapazität der Zellen, neue Gefäßstrukturen zu bilden. Darüber hinaus vermehrten sich die Zellen bei Verwendung von rotem Licht deutlich stärker als unbehandelte Zellen. Beide Eigenschaften – Gefäßbildung und Vermehrungspotential - sind wichtig für die Regeneration von Gewebe, so zum Beispiel auch für die Heilung von Wunden. Somit stellt die LLLT einen vielversprechenden Therapieansatz dar, um das regenerative Potential von frisch isolierte Stammzellen zu aktivieren und sie so optimal für die direkte klinische Anwendung am Patienten vorzubereiten.