Nervenstärke(n) – David Hercher stellte neueste Heilverfahren für periphere Nervenverletzungen vor

(11.07.2018)

Mag. David Hercher, Wissenschafter am LBI für Experimentelle und Klinische Traumatologie, berichtete anlässlich des 15. Internationalen Kongresses für neuromuskuläre Erkrankungen in Wien, wie innovative Forschung die Behandlung peripherer Nervenverletzungen weiter verbessern wird.

Für das Team rund um Mag. Hercher ist es wichtig, die Lebensqualität der betroffenen PatientInnen durch schnellere Heilung und möglichst wenig operative Eingriffe zu verbessern. Daher stellte er bei seinem Vortrag zwei aktuelle Hauptstoßrichtungen der Forschung in den Vordergrund, mit denen dieses Ziel zu erreichen ist – die Beschleunigung der Regeneration peripherer Nerven und die Förderung der Reinnervation von Zielorganen.

In beiden Bereichen sind die wissenschaftlichen Arbeiten am Institut sehr erfolgreich. So stellte Mag. Hercher Ergebnisse aus der Forschung zur sogenannten extrakorporalen Stoßwellentherapie vor, die die Regeneration verletzter Nerven beschleunigt.

Ebenso berichtete er über die Entwicklung einer neuartigen, künstlich hergestellten Nervenleitschiene, eines sogenannten Conduits, aus Seidenfibroin. Diese soll zukünftig eine Alternative zu einem körpereigenen Nerventransplantat schaffen, wenn ein zu reparierender Nerv überbrückt werden muss (wie hier in einer 3D Animation zu sehen). Das Conduit besitzt die erforderlichen physikalisch-biologischen Eigenschaften, um die Regeneration eines Nervs zu unterstützen und wird im präklinischen Modell bereits erfolgreich verwendet.

In seinem Vortrag ging er auch auf die Gleitfähigkeit von Nerven ein, die für die PatientInnen von Bedeutung ist, weil eine Behinderung derselben nach Veränderungen des Bindegewebes bei einer Nervenverletzung zu Schmerzen führt. Hier arbeiten die ExpertInnen des LBI Experimentelle und Klinische Traumatologie daran menschliches Amnion (die innerste, dem Fruchtwasser zugewandte Schicht der Eihäute der Plazenta) als Gleitschicht rund um den verletzten Nerv einzusetzen, um so erneute Narbenbildungen zu vermeiden.

Allen diesen Vorgangsweisen ist, so erläuterte Mag. Hercher, eines gemeinsam – sie könnten sehr rasch in den klinischen Alltag integriert werden und überdies vermeiden, dass sich die PatientInnen wiederholten mikrochirurgischen Eingriffen unterziehen müssen.