Treffen des Europäischen Netzwerk für Bioadhäsion in Wien

Das Europäische Netzwerk für Bioadhäsion  (ENBA) hatte sein erstes Expertise Meeting am 6.-7. März 2017 im Naturhistorischen Museum Wien. Organisiert wurde es von Janek von Byern vom Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie und Norbert Cyran von der Core Facility Cell Imaging and Ultrastructure der Universität Wien. ENBA ist Teil des COST Netzwerks (European Cooperation in Science and Technology), welches Experten aus den Gebieten Biologie, Physik, Chemie und Technik für die Erforschung biologischer Adhäsion zusammenbringt. Vorsitz hat Professor Stanislav Gorb von der Christian-Albrechts-Universität Kiel, das Projektmanagement übernimmt das Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie.

Bioklebstoffe werden von einer breiten Vielfalt an Tieren produziert: der Salamander Ambystoma opacum, die Weinbergschnecke Helix pomatia, der Zwergtintenfisch Idiosepius biserialis, Mytilus Muscheln und viele mehr. Auch Pflanzen nutzen die Sekretion von Adhäsiven, am bekanntesten wohl die klebrigen Fallen fleischfressender Pflanzen. Wissen über diese Materialien hinsichtlich Zusammensetzung, Struktur und Interaktion mit Oberflächen ist essentiell für das Verständnis der biochemischen und mechanischen Mechanismen der biologischen Adhäsion. Ziel ist die Entdeckung von Adhäsiven die nicht nur in ihrer Funktion genauso gut oder besser als gebräuchliche synthetisch hergestellte Klebstoffe sind, sondern sich von diesen vor allem durch ihre bessere Bioverträglichkeit abheben.